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Alle Macht dem UserEine der grossen Suenden an einem Unix ist das Arbeiten als "User root". Dies mag zwar gerade fuer Ein- und Umsteiger verlockend und bequem sein, ist aber auch ebenso bedenklich wie leichtsinnig. SelbstschutzWer hat nicht einmal eine Datei geloescht die besser nicht geloescht worden waere? Und falls nun jemand "Hier!" schreit - es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis dies doch einmal passiert. Die Userrechte schuetzen z.B. die systemweiten Konfigurationsdateien vor unberechtigten Userzugriffen, nicht aber vor einem verunglueckten Tastendruck als "root". Ein User kann bei einem sauber aufgesetzten System maximal die Daten seines Homeverzeichnisses loeschen, "root" hingegen neben den eigenen Dateien auch noch die persoenlichen Daten aller anderen User - oder auch die gesamte System-Installation. Wer nicht als "root" eingeloggt ist kann nur geringen Schaden anrichten.
VirenschutzNoch gibt es keine ernstzunehmenden Computerviren, die einem Unix schaden koennten - es muessen eben erst Rootrechte erlangt werden, um systemweite Manipulationen vornehmen zu koennen. Aendert sich nun das Userverhalten und der "User root" werkelt staendig, so haben einfachste Skripte - wie bereits in Unix-Newsgroups gepostet - ein leichtes Spiel. Programme ohne Rootrechte koennen keine systemweiten Schaeden anrichten.
Wann User, wann "root"?Aus genannten Gruenden ist es daher langfristig sehr wichtig nicht als "root" zu arbeiten - hierzu dient der Useraccount, auf dem die taegliche Arbeit verrichtet wird. Der Rootaccount dient ausschliesslich der Administration. Selbst ein Systemadministrator loggt sich bei einer X-Session (grafische Oberflaeche) als User ein - dieser Zugang wird dann entsprechend eingerichtet, so dass er sein System von dort aus administrieren kann. Als "root" ist man nur so kurz wie moeglich eingeloggt.
suAn der Eingabeaufforderung (Konsole oder XTerm) kann mittels " Zugriff auf den X-ServerWer nun versucht ein X-Programm zu starten wird bitter enttaeuscht werden, denn auch "root" darf nicht ohne weiteres einen fremden X-Server als Ausgabemedium missbrauchen - dies muss zuvor der User gestatten. Die eigenen "Schluessel" hierzu liegen in der Datei "~/.Xauthority", und koennen ueber " Doch noch immer kann kein X-Programm gestartet werden, denn diesem muss erst noch mitgeteilt werden, welches Display verwendet werden soll. Hierfuer sorgt die Shellvariable " jo@planet ~> xauth extract xauth_jo $DISPLAY Will man diese Einstellungen nicht jedesmal neu vornehmen sondern automatisch setzen lassen, so bietet sich fuer die Shellvariable jo@planet ~> su - Weniger dramatisch als das Kopieren oder Importieren fremder Zugangsdaten ist das Setzen der Umgebungsvariablen " jo@planet ~> su - sshEine weitere Moeglichkeit grafische Programme mit Rootrechten auf dem Userdisplay erscheinen zu lassen bietet das Programm "ssh" - ein "remote login program", das bei entsprechender Konfiguration auch X-Connections unterstuetzt: jo@planet ~> ssh -l root localhost sudoWem es nun zu umstaendlich ist, sich nach dem Einloggen als User nochmals als "root" anzumelden, dem hilft das Tool "sudo". Hiermit kann man beliebige Befehle oder Programme bestimmten Usern zur Verwendung freigeben. Konfiguriert wird sudo unbedingt mit dem Wrapper "visudo", der einen per Default mit dem Texteditor "vi" konfrontiert. Gibt man hier eine Zeile wie
ein, so erlaubt das dem User "jo" "/usr/local/sbin/fetchnews" ohne Passworteingabe zu starten - er muss es nur ueber " Wer seine Shell freigibt (diese aber bitte nur *mit* Passworteingabe freigeben), kann mittels sudo komfortabel eine Rootshell herbeirufen, bei der alle Einstellungen des Users erhalten bleiben. Auch muss - wie bei ssh - kein Zugriff auf den X-Server mehr konfiguriert werden. Hierzu dient bei sudo die Option "-s" (" jo@planet ~> sudo -s superAehnlich wie "sudo" ist das Tool "super": Findet sich in dessen Konfigurationsdatei "/etc/super.tab" eine Zeile wie
so koennen die User "jo" und "joe" das Programm "fetchnews" ohne Passworteingabe starten - aufzurufen ueber " Und wem "super Programmname" bzw. "sudo Programmname" noch immer zu umstaendlich ist, der legt sich z.B. ein Alias "fetchnews" fuer "sudo fetchnews" bzw. "super fnews" an. Eintrag ins StartmenueBislang sind mehrere Eingaben in einer Shell notwendig, um ein grafisches Programm mit Rootrechten auf dem Userdesktop zu platzieren - zu viel fuer einen Menueeintrag. Aber auch hier kann man sich leicht helfen: Man kann einen kleinen Wrapper schreiben, in dem vor dem eigentlichen Programmstart sowohl $XAUTHORITY als auch $DISPLAY gesetzt werden - gibt man dieses Skript nun ueber "super" (oder "sudo") zur Verwendung ohne Passwortabfrage frei, so geht das mit einem einfachen Befehl. Beispiel fuer einen solchen Wrapper: #!/bin/sh Ein solches Skript abgespeichert unter
und aufgerufen ueber " weitere InformationenZum Thema Sicherheit mit Hinweisen auf den Umgang mit dem Rootaccount gibt es ein "Security-HOWTO", welches die lokale Festplatte in den Tiefen des Verzeichnisses "/usr/share/doc" bereithalten sollte. Aktuelle Versionen koennen ueber folgende Adressen bezogen werden: Und wer mehr ueber den (Fremd-)Zugriff auf den X-Server erfahren moechte, dem sei das "Remote X Apps mini-HOWTO" empfohlen - dieses ist ebenfalls Bestandteil von "/usr/share/doc", sowie unter folgenden Adressen erhaeltlich:
Dieses Posting ist mit kleinen Ergaenzungen im WWW zu finden unter http://www.jmos.net/user2root/. |
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| Mit, 8 Mai 2002 08:31:58 GMT Thomas Nesges http://www.dcoul.de/ | |||||||