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Mail-Handling unter LinuxUnter Windows werden Mails normalerweise vom Mailclient abgeholt und auch wieder verschickt. Obwohl diese Methode mit Programmen wie dem Netscape Communicator auch unter Linux funktioniert, ist hier eine andere Vorgehensweise üblich, die größeren Komfort bietet und sich darüber hinaus auch für den Multiuser-Betrieb eignet. Bevor Du mit der Konfiguration beginnen kannst, benötigst Du einige Angaben über Deine Mail-Accounts und die Deiner Mitbenutzer (falls vorhanden). Hier ist ein Beispiel:
Der Mail-EingangfetchmailDer erste Schritt ist das Abholen der Mails von einem POP3-Server. Hier kommt fetchmail, ein sehr mächtiges und ausführlich dokumentiertes Programm, zum Einsatz. Für den Anfang benötigst Du jedoch nur einen kleinen Teil seiner Fähigkeiten. In der Konfigurationsdatei
Der erste Eintrag bewirkt, daß vom POP3-Server " Der zweite Eintrag funktioniert analog. Hier zeigt sich übrigens, daß der Account-Name auf dem POP3-Server nicht immer mit dem lokalen Teil der EMail-Adresse übereinstimmt. Da die Konfigurationsdatei Paßwörter enthält, mußt Du sie vor neugierigen Blicken schützen:
Nach Eingabe von
werden neue Mails abgeholt und lokal in der Standard-Mailbox Bis alles wie gewünscht funktioniert, ist es von Vorteil, fetchmail mit der Option ' Eine vollständige Beschreibung der Kommandozeilen-Optionen und der Konfigurationsdatei findest Du in der Manpage (man fetchmail). procmailProcmail ("process mail") dient der Weiterverarbeitung von Mails. Es kann unter anderem Mail je nach Absender in verschiedene Mail-Folder einsortieren, Spam löschen oder Mails an beliebige Programme weiterreichen. Wenn Du für einen Mailfilter keine Verwendung hast, kannst Du diesen Abschnitt überspringen. Damit procmail die Mails, die es sortieren soll, auch erhält, muß Dein Mailserver (sendmail, exim o. ä.) so konfiguriert sein, daß er lokale Mails via procmail zustellt, was bei den meisten Distributionen der Fall ist. Wenn Du exim unter Debian benutzt, mußt Du dafür in
durch
ersetzen. Sollte Dein Mailserver aus irgendeinem Grund procmail nicht benutzen, hilft das Erstellen einer Nachdem sichergestellt ist, daß procmail eingehende Mails erhält, kannst Du damit beginnen, Filterregeln für die Mail zu schreiben. Zur Demonstration wollen wir eingehende Mails im Verzeichnis Die Datei Der Inhalt von
Manchmal lassen sich Mailinglisten nicht so einfach filtern, wie im Beispiel beschrieben. In dem Fall mußt Du suchen, in welchem Header sich die Adresse der Liste befindet. Wenn die Liste beispielsweise den Header "
Sobald Du die procmail-Dokumentation etwas näher untersucht hast, wirst Du feststellen, daß es sich bei den Filterregeln um Reguläre Ausdrücke handelt, man " Wenn Du bereits eine Mailbox im mbox-Format hast, wie sie beispielsweise Netscape verwendet, kannst Du sie nachträglich mit dem Kommando
von procmail sortieren lassen. Das ist außerdem ein guter Test für den neuen procmail-Filter. Die Manpage procmailex ("man procmailex") bietet eine Menge interessanter Beispiele. " Wenn Du einen etwas ausführlicheren Einstieg in die Materie suchst, wirst Du unter [1] fündig. Die gesammelten Weisheiten zu procmail, inklusive Scoring und komplexen Verarbeitungstechniken kannst Du in [2] nachlesen. Schnelle Hilfe gegen Spam verspricht [3] in Form eines speziellen Filter-Moduls. Mail-ClientsNachdem Deine Mail vorsortiert wurde, ist es jetzt an der Zeit, sie mit einem Mail-Client zu lesen. Empfehlenswert ist das Konsolen-Programm mutt, das einen großen Funktionsumfang bietet und bis ins letzte Detail an die eigenen Bedürfnisse angepaßt werden kann. Für den Anfang genügt allerdings eine kurze Basis-Konfiguration in
Das Plus-Zeichen wird von mutt automatisch durch den Inhalt der Variablen ' Ausführlich kommentierte und leicht anzupassende Konfigurationen kannst Du beispielsweise unter [4] oder [5] finden. Desweiteren enthält das mutt-Paket ein ausgezeichnetes Handbuch, von dem Du zumindest das Kapitel "Getting Started" lesen solltest. Der Mail-AusgangZum Verschicken der Mails kommt ein lokaler Mailserver wie sendmail oder exim zum Einsatz. Der Mail-Client gibt Mails an den Mailserver weiter, der umgehend versucht, die Nachrichten zuzustellen. Da Mailserver nicht einfach zu konfigurieren sind und jede Distribution zu diesem Zweck ihre eigenen Tools mitbringt (YaST unter SuSE, eximconfig unter Debian) würde eine vollständige Beschreibung den Rahmen dieses Artikels sprengen. Falls Du lieber selbst basteln möchtest, findest Du für sendmail unter [6] eine leicht verständliche Anleitung. Als Basiskonfiguration reicht es normalerweise jedoch aus, einen "Smarthost" anzugeben. Das ist ein SMTP-Server des Providers, der ausgehende Mails entgegennimmt und für Dich zustellt. Wenn die Absender-Adresse im From: <benutzername@localhost> lautet, ist es erforderlich, sie durch den Mailserver automatisch zu einer gültigen Adresse umschreiben zu lassen. Unter sendmail ist dabei für jede Mailadresse ein Eintrag in
Anschließend muß noch ein
ausgeführt werden, damit der Eintrag Wirkung zeigt. Unter exim werden Einträge an das Ende von
Ist schließlich eine Internet-Verbindung aufgebaut, kannst Du durch Eingabe von
die Nachrichten in der Queue zustellen lassen. Dieser Befehl funktioniert übrigens auch mit exim, smail oder postfix. AutomatisierungDas Script
Die Reihenfolge ist dabei wichtig, da insbesondere Freemail-Provider häufig auf SMTP-after-POP bestehen. In diesem Fall ist es nur dann möglich, Mails zu verschicken, wenn man vorher mittels POP3 Mail abgeholt hat. Die Option " Durch die Option " Falls
lauten muß und das Script mit dem Befehl
als ausführbar gekennzeichnet ist. Wenn Du das geschafft hast, sollte dem Mailen unter Linux nichts mehr im Wege stehen. [1] http://www.ii.com/internet/robots/procmail/qs/ Matthias Friedrich mafr@topmail.de - Korrekturen, Kommentare und Verbesserungsvorschläge bitte an mich. Danke! Vielen Dank an die Mitglieder der dcouli-authors-Liste, die mich bei der Erstellung dieses Textes unterstützt haben: Roland Rosenfeld |
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| Fre, 13 Feb 2004 15:38:57 GMT Andreas Metzler http://www.dcoul.de/ | |||||||||||